Kosten sparen, weltweite Popularität von Disziplinen in den Vordergrund rücken - und mehr Rotation? Das Internationale Olympische Komitee hat bezüglich der Auswahl der Sportarten bei Spielen ab Brisbane 2032 eine sanfte Reform beschlossen. Die Mitglieder bei der 146. IOC-Vollversammlung votierten einstimmig für ein System, das unter anderem Geschlechtergleichheit, globale Anziehungskraft, Nachhaltigkeit und Kostenersparnis in den Vordergrund rückt. Konkrete Entscheidungen zu Disziplinen bzw. Sportarten bei anstehenden Spielen wurden am Mittwoch nicht bekannt gegeben.
Durch die Reform soll auch die Zahl der Teilnehmerinnen und Teilnehmer auf natürliche Weise begrenzt werden. In Paris 2024 waren rund 10.500 Athletinnen und Athleten am Start. IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte zuletzt immer wieder betont, die Spiele könnten nicht immer weiter wachsen.
Das neue System soll für eine größere Durchlässigkeit sorgen, im olympischen Zyklus von vier Jahren sollen Anpassungen einfacher umzusetzen sein. Fachverbände, deren Sportarten aus dem Programm gestrichen werden, erhalten außerdem zunächst eine Art finanziellen Fallschirm. Gastgeber dürfen sich weiter für die Aufnahme bestimmter Sportarten bzw. Disziplinen einsetzen, die Zahl wird auf vier (Sommerspiele) und zwei (Winterspiele) begrenzt. In Los Angeles 2028 kommen noch fünf neue Sportarten gegenüber Paris hinzu.
Mehrere Sportarten sind beim IOC bekanntermaßen auf dem Prüfstand, darunter bei Sommerspielen der Moderne Fünfkampf; im Winter zwei Disziplinen, in denen Deutschland traditionell stark ist: die Nordische Kombination, in der bislang nur die Männer olympischen Status hatten, und Parallel-Riesenslalom im Snowboard.
Spekuliert wurde lange, dass nicht zwingend dem Winter zugeordnete Sportarten wie Crosslauf oder Cyclocross bei den nächsten Winterspielen olympisch werden. Coventry, die seit einem Jahr an der Spitze des IOC steht, hatte allerdings Anfang des Monats unterstrichen, dass 2030 in den französischen Alpen nur Disziplinen "auf Schnee und Eis" dabei sein werden.









