Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) setzt darauf, dass das Internationale Olympische Komitee bei der 146. Vollversammlung in dieser Woche richtungsweisende Entscheidungen für die kommenden Jahre trifft. "Die IOC-Session kann ein Meilenstein auf dem Weg des Fit-for-Future-Prozesses sein, der zum Ziel hat, die olympische Bewegung weitergehend zukunftsfähig aufzustellen. Wir erhoffen uns eine Roadmap für die kommenden Jahre mit Entscheidungen und Empfehlungen für die zentralen Themenfelder, darunter die Belange der Athletinnen und Athleten sowie das olympische Programm", sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert auf SID-Anfrage.
Aus DOSB-Sicht spannend ist nicht zuletzt auch der weitere Kurs der Ringe-Organisation bei der Vergabe der Spiele. "Wir erwarten, dass es für alle an der Ausrichtung interessierten Kandidaten noch einmal mehr Orientierung im Bewerbungsprozess geben wird, was zu mehr Klarheit und besserer Strukturierung führen kann", so Weikert. Deutschland bewirbt sich um die Sommerspiele 2036, 2040 und 2044. Über den nationalen Bewerber wird am 26. September in Baden-Baden zwischen Berlin, München und Köln/Rhein-Ruhr entschieden.
Kolinda Grabar-Kitarovic, Vorsitzende der Future-Host-Commission des IOC, hatte im Februar bei der 145. Vollversammlung in Mailand gefordert, der Vergabeprozess solle "transparenter" und für die Bewerber "kosteneffizienter" werden.
IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hatte nach ihrem Amtsantritt am 23. Juni 2025 unter dem Motto "Fit for the Future" mehrere Arbeitsgruppen ins Leben gerufen, konkrete Maßnahmen sollen bei der anstehenden Vollversammlung in Lausanne am Mittwoch und Donnerstag beschlossen werden.
Die IOC-Kommission um Grabar-Kitarovic hatte festgehalten, dass der unter Coventrys Vorgänger Thomas Bach eingeführte Prozess, bei dem die IOC-Exekutive der Vollversammlung einen einzigen zuvor als Favorit ausgemachten Kandidaten zur Abstimmung stellt, Schwächen aufweise. Die Bewertung solle künftig "auf transparenten, im Voraus veröffentlichten Kriterien basieren", machte die ehemalige kroatische Staatspräsidentin deutlich.
Die derzeitige Unterscheidung zwischen kontinuierlichem und zielgerichtetem Dialog könne "zu scharf" sein: "Daher schlagen wir die Einführung einer Übergangsphase vor. Diese Übergangsphase würde eine Shortlist von Interessenten mit fortgeschrittenen Projekten für eine eingehendere Bewertung ermöglichen." Auch sollten die IOC-Mitglieder wieder stärker beteiligt werden, sagte Grabar-Kitarovic Anfang Februar.
Die Spiele sind bis einschließlich 2034 vergeben, die französischen Alpen (Winter/2030), Brisbane (Sommer/2032) und Salt Lake City (Winter/2034) waren für den zielgerichteten Dialog ("targeted dialogue") auserwählt worden und erhielten die Spiele jeweils mit großer Mehrheit durch die IOC-Vollversammlung zugesprochen. Zuvor war es oft zu Kampfabstimmungen zwischen mehreren Bewerbern gekommen, die es in eine Endauswahl geschafft hatten.









