IOC-Präsidentin Kirsty Coventry hat unterstrichen, dass sie von Prämien für Athletinnen und Athleten bei Olympischen Spielen nichts hält. Es sei "nichts Neues", dass sie Preisgelder unter den fünf Ringen ablehne, sagte die zweimalige Schwimm-Olympiasiegerin, die das Internationale Olympische Komitee seit knapp einem Jahr anführt.
Die Interessenvertretung Global Athlete hatte kürzlich vorgeschlagen, jeden Olympia-Teilnehmer mit 25.000 Dollar zu vergüten. Das IOC, das hohe Einnahmen generiere, könne so "Athleten sinnvolle finanzielle Unterstützung (...) bieten, ohne ein traditionelles Arbeitgeber-Arbeitnehmer-Verhältnis zu schaffen". Weitere Maßnahmen könnten laut Global Athlete eine vollständige Liberalisierung der Vermarktungsrechte der Olympia-Teilnehmer oder die Einrichtung eines Einnahmenbeteiligungsfonds sein.
Coventry (42), einst Vorsitzende der IOC-Athletenkommission, verwies bei einer Pressekonferenz am Mittwoch in Lausanne auf die Preisgelder, die es bei internationalen Meisterschaften oder Weltcups zu verdienen gebe. Die 2016 zurückgetretene Coventry bemerkte: "Ich wünsche mir fast täglich, wieder selbst Sportlerin zu sein, um dieselben Möglichkeiten zu haben wie die Athleten heute, denn das war während meiner Zeit einfach nicht möglich." Dass von internationalen Fachverbänden Preisgelder teilweise verdoppelt worden seien, sei "unglaublich".
Für die olympische Welt aber sieht Coventry keinen direkten Weg der Entlohnung vor. "Ich finde, wir haben eine größere Verantwortung, Wege zu finden, jeden einzelnen Athleten, der zu den Spielen kommt, direkt zu unterstützen. Und ich habe die Teams hier intern gefragt: Wie können wir das schaffen? Wie können wir die Stipendien für olympische Solidarität erhöhen? Wie können wir andere innovative Wege finden?"
Seit ihrem Amtsantritt seien "tolle und spannende Projekte" entstanden, die das IOC im Rahmen der 146. Vollversammlung am 24. Juni vorstellen werde.










