DESG-Präsident Matthias Große
© picture-alliance/dpa/SID/Britta Pedersen
Quelle: SID
27.06.2026 16:15 Uhr
zur Diashow

DESG verkündet Einigung - Athleten fordern Zugeständnisse

Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat im Streit um eine neue Athletenvereinbarung eine Einigung verkündet - die Aktiven machen diese allerdings weiterhin von großen Zugeständnissen durch den Verband abhängig. Die DESG informierte am Samstag, einen Tag nach Ablauf der Frist, über eine Unterzeichnung durch "alle 79 Kadersportlerinnen und Kadersportler". Zu den Unterzeichnern gehören auch die Aktiven des Bundesstützpunkts Erfurt, die ihre Zustimmung aber an Bedingungen knüpften. Diese sind in einem Side Letter formuliert, über dessen Inhalte der Thüringer Eis- und Rollsportverband e.V. (TERV) den SID informierte.

In diesem Side Letter geht es um die Kernpunkte des bisherigen Streits. So wird etwa festgehalten, dass Athletinnen und Athleten des Bundesstützpunkts Erfurt diesem zugeordnet bleiben und dort weiterhin trainieren können. Entstehen den Aktiven im Rahmen zentraler Lehrgänge Reisekosten, dann soll diese die DESG übernehmen. Ohne Unterzeichnung des Side Letters auch durch die DESG sei die Athletenvereinbarung gegenstandslos, heißt es weiter.

Auch die DESG informierte in ihrer Mitteilung vom Samstag über die Existenz der Zusatzvereinbarung, ging allerdings nicht auf Inhalte ein und bestätigte auch keine Unterzeichnung ihrerseits. In dem Side Letter würden "weitergehende Hinweise, Erwartungen und Forderungen" formuliert, hieß es, das DESG-Präsidium nehme ihn "zur Kenntnis und wird sich zeitnah und sorgfältig mit den darin angesprochenen Punkten beschäftigen. Die Inhalte werden innerhalb der zuständigen Gremien geprüft, bewertet und beraten."

Der TERV interpretierte die Mitteilung der DESG dennoch offensiv als Zustimmung zu den Forderungen. Man entnehme "der Aussage in der Pressemitteilung des Verbandes, dass die DESG die angepasste Athletenvereinbarung nebst Side Letter akzeptiert", ließ sich TERV-Präsident Michael Schneider am Samstagnachmittag in einer Mitteilung zitieren.

Hendrik Dombek, deutscher Spitzen-Eisschnellläufer und Präsidiumsmitglied von Athleten Deutschland, wies noch einmal auf die Vorgeschichte der nun erfolgten Unterzeichnung hin. "Wir sehen uns seit Wochen einem massiven und anhaltenden Druck ausgesetzt, der eine freie und unbeeinflusste Entscheidung über die Unterzeichnung der Athletenvereinbarung faktisch ausgeschlossen hat", sagte Dombek dem SID.

Im Zuge der geplanten Strukturreform forderte die DESG von den Aktiven einen Wechsel vom Trainingsstützpunkt Erfurt nach Inzell oder Berlin - und knüpfte den Verbleib der Athletinnen und Athleten im Bundeskader an die Unterzeichnung der neuen Vereinbarung. Der TERV riet den Betroffenen in Erfurt bis zuletzt, "die Athletenvereinbarung in der vom DESG-Präsidium vorgelegten Fassung nicht zu unterschreiben".

Die Führung des Thüringer Verbandes hatte das Vorgehen der DESG öffentlich kritisiert und das Präsidium um Matthias Große in einem Schreiben gar zum Rücktritt aufgefordert.

Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat im Streit um eine neue Athletenvereinbarung eine Einigung verkündet - die Aktiven machen diese allerdings weiterhin von großen...
Matthias Große, Präsident der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG), hat die Vorwürfe von Sportlerinnen und Sportlern des Bundesstützpunktes Erfurt zurückgewiesen und pocht...
Eisschnellläufer Felix Maly sieht sich und seine Teamkollegen dem Präsidium der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft zunehmend hilflos ausgesetzt. Der 32-Jährige hofft auf einen...
Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) sieht sich einmal mehr schweren Vorwürfen von Athleten ausgesetzt. Sportlerinnen und Sportler des Bundesstützpunktes Erfurt, an dem...
Die fünfmalige Eisschnelllauf-Olympiasiegerin Claudia Pechstein erhält in der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) eine neue Aufgabe. Wie der Verband mitteilte, übernimmt die...
Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat in ihrem Rechtsstreit mit der ARD auch das Beschwerdeverfahren vor dem Hanseatischen Oberlandesgericht in Hamburg verloren, will...
Die Eisschnelllauf-Wettbewerbe der Olympischen Winterspiele 2030 in den französischen Alpen könnten ins niederländische Heerenveen ausgelagert werden. Das Organisationskomitee hat laut eigener...
Die Deutsche Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) stellt sich nach den enttäuschenden Olympischen Winterspielen von Mailand im Trainerstab personell neu auf. Der Niederländer Aart van...
Im Rechtsstreit zwischen der ARD und der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) hat das Landgericht Hamburg in einem weiteren Verfahren ein Urteil zugunsten des...
Der Rechtsstreit zwischen der ARD und der Deutschen Eisschnelllauf- und Shorttrack-Gemeinschaft (DESG) geht auch nach dem Urteil des Landgerichts Hamburg weiter. Wie der von der DESG beauftragte...
Live-Ticker Planer