Der Deutsche Skiverband (DSV) und der Skiclub Partenkirchen haben sich in ihrem Finanzstreit über das Neujahrsspringen der Vierschanzentournee außergerichtlich geeinigt, der für Dienstag geplante Gütetermin vor dem Landgericht München I fällt damit aus. Wie der DSV am Montag mitteilte, sei "eine gemeinsame und tragfähige Lösung" gefunden worden. Bei dem Streit war es um die Finanzierung der Traditionsveranstaltung gegangen.
"Wir haben in den vergangenen Wochen immer wieder betont, dass wir überzeugt sind, die noch offenen Fragestellungen gemeinsam lösen zu können. Diese Zuversicht hat sich bestätigt", sagte DSV-Vorstand Andreas Schlütter: "Deshalb freuen wir uns, dass die Ampeln nun auf grün stehen und wir den Fokus wieder vollständig auf die sportliche Vorbereitung richten können."
Der SCP, der die Infrastruktur stellt und die Ticketeinnahmen verbucht, hatte höhere finanzielle Zuwendungen vom DSV gefordert. Der Verband nimmt die Gelder über die TV-Vermarktung sowie die Werberechte ein.
Klub-Präsident Michael Maurer hatte bei BR24 dargelegt, dass der Verein das komplette finanzielle Risiko trage, dies aber in den erhaltenen Geldern nicht widergespiegelt sehe. Schlütters Vorstands-Kollege Stefan Schwarzbach hatte bei BR24 gesagt, dass der Verband wegen nur wenig gestiegener Einnahmen aus Lizenz- und Fernsehrechten nur moderate Anpassungen anbieten hatte können.
Der SCP hält auch Markenrechte an der Vierschanzentournee, ohne ihn könne es laut Maurer keine Tournee geben. Das Risiko für den Klub könnte steigen, da das Männer-Springen aufgrund der erstmals ausgetragenen Frauen-Tournee vom gewohnten frühen in den späten Neujahrs-Nachmittag rücken und wie alle Männer-Wettbewerbe der Tournee unter Flutlicht stattfinden soll. Möglich, dass dies einen Rückgang in Sachen Kartenverkauf verursachen könnte.
Im Terminplan 2026/27 des Weltverbandes FIS war Garmisch-Partenkirchen anders als die anderen Tournee-Orte nicht explizit aufgeführt worden. Eine Eskalation des Streits zwischen Klub und Verband hätte im schlimmsten Fall dazu führen können, dass die Tournee einen neuen Ausrichter und/oder neuen Namen benötigt.
Der Worst Case ist aber nun vom Tisch, entsprechend erleichtert zeigt sich Schlütter: "Vor uns liegt ein ganz besonderes Jahr: Die Vierschanzentournee feiert ihr 75. Jubiläum, und erstmals wird es in diesem Rahmen auch eine Tournee der Damen geben", sagte der Ex-Langläufer: "Das ist ein starkes Signal für die Weiterentwicklung unseres Sports und ein Anlass, auf den wir uns gemeinsam mit großer Vorfreude vorbereiten."









