Felix Bitterling, Sportdirektor des deutschen Biathlon-Teams, hat die zunehmende Verunglimpfung seiner Athletinnen und Athleten in den Sozialen Medien angeprangert. "Was sicher nicht hilft ist, und es nimmt leider zu, dass bei dem kleinsten Misserfolg Hunderte von Hassnachrichten auf diese Mannschaft einprasseln, zu mir, zu den Athleten in allererster Linie. Das ist total inakzeptabel", sagte Bitterling vor dem Massenstart-Rennen der Männer bei den Olympischen Winterspielen in Mailand und Cortina d'Ampezzo im ZDF.
Dies sei, fügte der 44-Jährige an, "wirklich unter der Gürtellinie. Wir reden hier über Sport und es sollte auch Sport bleiben. Man kann uns gerne kritisieren für das, was wir nicht gut machen, aber bitte auf einem gewissen Niveau." Das DSV-Team hat vor dem abschließenden Massenstart der Frauen am Samstag (14.15 Uhr/ARD und Eurosport) mit Bronze in der Mixed-Staffel nur eine Medaille in Antholz geholt.
"Wenn wir schlecht sind, dann kann man davon ausgehen, dass wir die Ersten sind, die da unzufrieden sind und die sich diesem Thema auch stellen", ergänzte Bitterling im Anschluss an den Massenstart: "Ob man jemanden deswegen persönlich beleidigen muss, durch den Kakao ziehen muss, ihm erzählen muss, er hätte kein Recht zu leben und lauter so ein Schwachsinn, das glaube ich nicht. Und ich hoffe sehr, dass wir irgendwann zu dem Punkt kommen, an dem sowas auch einfach strafrechtlich verfolgt wird."
Das Thema würde "schon immer ein bisschen Unruhe" reinbringen, sagte Philipp Nawrath, der vor allem die deutschen Biathletinnen "gefährdeter" sieht. "Mich selbst trifft es persönlich bisher gar nicht. Klar, ich nehme das mal mit und sehe so Kommentare vielleicht schon mal." Aber für ihn seien diese zumindest in manchen Situationen "eher Ansporn". Zudem könne er die meisten davon einschätzen und wisse, dass diese von "Couchtrainern" seien, "die selber eher unzufrieden mit ihrer eigenen Situation sind in irgendeiner Phase".













