Kölns Oberbürgermeister Torsten Burmester sieht die Olympia-Chancen der Bewerbung Köln/Rhein-Ruhr auch bei einem negativen Votum am Sonntag in einer der beteiligten Kommunen nicht zwangsläufig als gefährdet an. "Dann müssen wir Alternativen für das Sportstättenkonzept finden", sagte Burmester im Gespräch mit dem Sport-Informations-Dienst (SID) und fügte optimistisch an: "Diese Gefahr sehe ich aber im Moment nicht. Ich freue mich auf eine starke Beteiligung und auf ein überzeugendes Ja."
Am Mittwochmorgen hatten sich laut Burmester (63) in Köln 38 Prozent am Referendum beteiligt, "und ich bin zuversichtlich, dass es noch mal mehr wird. Wir streben 40 Prozent an", sagte der SPD-Politiker.
Köln führt die NRW-Bewerbung als "Leading City" mit den meisten Wahlberechtigten (ca. 814.000) an, am Sonntag wird in der Domstadt und in 16 weiteren Kommunen die Briefwahl ausgezählt, bei einem positiven Ergebnis bleibt die Kampagne im Rennen um die deutsche Bewerbung für die Olympischen und Paralympischen Spiele 2036, 2040 und 2044. Weitere Kandidaten sind München, Hamburg und Berlin.
Die Zustimmung der Bürgerinnen und Bürger in den jeweiligen Regionen ist für die Evaluierungskommission des Deutschen Olympischen Sportbundes (DOSB) ein wichtiges Kriterium bei der Bewertung, letztlich entscheiden aber die Delegierten, allen voran die olympischen Verbände, am 26. September in Baden-Baden über den Bewerber beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC). Der DOSB rechnet mit einer Vergabe der Spiele 2036 nicht vor 2027.
München, 1972 letzter deutscher Olympia-Ausrichter, hatte im Herbst bei seinem Referendum mit 66,4 Prozent Zustimmung vorgelegt. Verstecken will sich Burmester vor dem Mitbewerber nicht. "Wir sind jetzt schon besser als München, weil wir vier Millionen Menschen befragen und beteiligen bei einer wichtigen Entscheidung für den Sport, aber auch über eine Zukunftsfrage für Köln und die Region Rhein-Ruhr."
Köln hatte die Führungsrolle im Oktober übernommen. "Ich glaube, das hat der Bewerbung sehr gut getan", sagte Burmester. Köln sei "an die Spitze der Bewegung" gesetzt worden, weil die Domstadt internationale Wahrnehmung besitze und für "etwas Besonderes" stehe, "für Vielfalt, für Herzlichkeit, für das Thema Kultur und Sport", ergänzte der frühere Vorstandsvorsitzende des DOSB.
Ein negatives Votum in der einzigen Millionenstadt in NRW, in der auch das Olympische Dorf mitsamt eines temporären Leichtathletik-Stadions geplant ist, wäre daher ein herber Schlag für die Bemühungen. Auch die Ablehnung der Olympia-Pläne in Düsseldorf oder Essen wäre für die NRW-Initiative schwer zu kompensieren. Zum Konzept gehören weitere Städte im Ruhrgebiet und im Rheinland wie Dortmund, Duisburg, Aachen oder Krefeld.










