Der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) blickt dem Bürgerentscheid in Nordrhein-Westfalen gelassen entgegen. "Mit München hat bereits ein nationaler Bewerber das Ziel erreicht. Insofern geht es am kommenden Sonntag nicht mehr um die Frage, ob es eine deutsche Bewerbung geben wird, sondern darum, ob es Olympische und Paralympische Spiele in Köln/Rhein-Ruhr beziehungsweise Segeln in Kiel geben kann", sagte DOSB-Präsident Thomas Weikert (64) in einem Verbandsinterview.
Dennoch hofft der Funktionär, "dass sich die Sportbegeisterung, die wir an Rhein und Ruhr und an der Ostsee seit Wochen erleben, auch in der Wahlbeteiligung widerspiegelt. Das würde erneut unter Beweis stellen, wie sehr die Idee von Olympischen und Paralympischen Spielen die Menschen in Deutschland bewegt."
Dagegen hätte auch auch ein negatives Votum Auswirkungen auf die DOSB-Bewerbung, die eine breite Unterstützung als Grundlage für den nächsten Anlauf beim Internationalen Olympischen Komitee (IOC) braucht. Für das NRW-Konzept droht vor allem Gefahr, wenn sich die Bürgerinnen und Bürger einer der großen Städte wie Köln, Essen oder Düsseldorf sich gegen Olympia entscheiden.
Am Sonntag werden in 17 Kommunen in NRW sowie in Kiel die Stimmen der Bürgerbefragung zu einer Bewerbung um Sommerspiele 2036, 2040 oder 2044 ausgezählt. München hatte im Herbst 2025 mit 66,4 Prozent Zustimmung vorgelegt. Nach dem Referendum in NRW entscheiden die Bürgerinnen und Bürger in Hamburg am 31. Mai über die Bewerbung. Beim vierten deutschen Interessenten Berlin ist keine Befragung geplant. Abgabeschluss der Konzepte ist der 4. Juni.
Der DOSB bewertet alle vier Kandidaten mithilfe einer Matrix, in der neben der Zustimmung der Bevölkerung weitere Faktoren gewichtet werden, u.a. die internationale Strahlkraft. Letztlich entscheiden die Delegierten bei einer Mitgliederversammlung am 26. September in Baden-Baden. Der DOSB, bereits offizieller Bewerber beim IOC, rechnet mit einer Vergabe der Sommerspiele 2036 nicht vor 2027.










