FIFA-Präsident Gianni Infantino hat bei einem Testspiel des Iran in der Türkei beteuert, die Teilnahme der Fußball-Nationalmannschaft des Landes bei der WM in den USA, Mexiko und Kanada stehe nicht infrage. "Der Iran wird bei der Weltmeisterschaft dabei sein. Wir freuen uns, denn es ist eine sehr, sehr starke Mannschaft, ich bin sehr glücklich", sagte Infantino in der Halbzeitpause der Partie gegen Costa Rica (5:0) in Antalya.
"Ich habe die Mannschaft gesehen, ich habe mit den Spielern und dem Trainer gesprochen, also ist alles in Ordnung", ergänzte Infantino, der nach einem Bericht der Nachrichtenagentur AFP unangekündigt in Antalya aufgetaucht war. Die WM-Spiele, ergänzte der FIFA-Chef mit Blick auf Berichte über mögliche Verlegungen, würden "dort stattfinden, wo sie laut Auslosung hingehören". Der Iran soll zwei Spiele in Los Angeles (gegen Neuseeland und Belgien) sowie eines in Seattle (gegen Ägypten) bestreiten.
Auch die Mannschaft des Iran nutzte den Test gegen Costa Rica für eine klare Botschaft. Vor dem Anpfiff trugen die Spieler schwarze Armbinden und posierten mit einem Foto, das angeblich Opfer des Krieges mit Israel und den USA zeigt. Darunter sollen auch Mädchen sein, die bei einem Luftangriff auf eine Grundschule in der Stadt Minab ums Leben kamen. Für die Zerstörung am ersten Kriegstag, bei dem 170 Menschen getötet wurden, sollen die USA verantwortlich sein.
Der Krieg im Nahen Osten hatte zuletzt massive Zweifel an der Teilnahme Irans an dem Turnier (11. Juni bis 19. Juli) hervorgerufen. Infantino betonte am Montag im mexikanischen Fernsehen, dass es "keinen Plan B, C oder D" gebe: "Es gibt Plan A." Der FIFA-Chef, der ein enges Verhältnis zu US-Präsident Donald Trump pflegt, räumte jedoch ein, dass die politische Lage "sehr kompliziert" sei.
Trump hatte zuletzt widersprüchliche Signale gesendet. Auf seiner Plattform Truth Social schrieb er, die Iraner seien willkommen, zugleich halte er es "nicht für angemessen, dass sie dort sind, im Hinblick auf ihr eigenes Leben und ihre Sicherheit". In der vergangenen Woche verbot der Iran seinen Nationalteams und Sportvereinen bis auf Weiteres, in Länder zu reisen, die als "feindlich" gelten.










