Isabel Gose war "ein bisschen stolz", Anna Elendt haderte mit der Leine, und Angelina Köhler triumphierte mit der Kappe ihres Freundes: Die drei Schwimm-Weltmeisterinnen sammelten bei der DM weiter fleißig Titel - allerdings in unterschiedlicher Gefühlslage.
Die Olympiadritte Gose siegte in Berlin auch auf ihrer Nebenstrecke 200 m Freistil und spürte dabei, "dass ich die 1500 m und zweimal 400 m in den Knochen habe". Dennoch holte sich die Freiwasser-Staffelweltmeisterin aus Magdeburg am Sonntag über 800 m in 8:24,18 Minuten auch noch ihren insgesamt 15. deutschen Meistertitel. Zum Feiern hatte die 23-Jährige aber keine Zeit: "Ich muss am Mittwoch direkt weiter, ich habe ja noch einen Freiwasser-Weltcup in Italien."
Nicht ganz glücklich wirkte Brust-Weltmeisterin Elendt, die über 200 m in 2:24,77 Minuten ebenfalls DM-Gold Nummer 15 gewann. "Ich komme immer wieder an die Leine", klagte die Frankfurterin, die in den USA lebt und trainiert, nach ihrem dritten Erfolg im dritten Finale in Berlin. Schon tags zuvor über 50 m hatte die 24-Jährige festgestellt: "Das sind so ein paar Sachen, an denen ich noch feilen muss." Nach ihrem sensationellen WM-Triumph im vergangenen Jahr über 100 m stellte Elendt ihr Training um, "das ist erst mein zweiter Langbahn-Wettkampf der Saison, ich brauche die Rennerfahrung."
Schmetterling-Spezialistin Köhler schwamm zum Abschluss über 50 m wieder allen davon und verpasste in 25,61 Sekunden bei ihrem ebenfalls 15. Meistertitel den eigenen deutschen Rekord nur um elf Hundertstel. "Ich hatte ein super schönes Wochenende, ich hatte sehr viel Spaß", sagte die Weltmeisterin von 2024, die bereits zum Auftakt am Donnerstag zweimal triumphiert hatte - über 50 m Freistil und 100 m Schmetterling.
Die Berlinerin schwamm mit einer Leihgabe ihres Lebensgefährten Ole Braunschweig, selbst mehrfacher deutscher Meister: "Ole und ich sind ein Paar, deswegen trage ich seine Kappe", erzählte die 25-Jährige: "Das ist eine ganz süße Geste von ihm, so ist er immer bei mir."
Am Samstag hatte allerdings ein Mann das Highlight gesetzt: Europameister Melvin Imoudu verbesserte bei seinem Sieg über 50 m Brust in 26,57 Sekunden seinen eigenen deutschen Rekord um fünf Hundertstel. "Nach dem Vorlauf heute war ich relativ selbstbewusst, dass ich es auf jeden Fall schaffen kann. Und dann einfach nur noch Kopf aus und durchziehen", sagte der 27-Jährige aus Potsdam.
Sein Brust-Konkurrent Lucas Matzerath löste am Sonntag über 200 m das Ticket für die EM in Paris (31. Juli bis 16. August). Vizeweltmeister Sven Schwarz ist dafür längst qualifiziert, beim souveränen Sieg über 1500 m Freistil schwamm der Hannoveraner in 14:42,32 Minuten die viertbeste Zeit der Welt in diesem Jahr.










