Die zweimalige Olympiasiegerin und achtmalige Weltmeisterin Uschi Disl (55) glaubt an eine positive Zukunft für das deutsche Biathlon-Team. "Ich bin der Überzeugung, dass über eine solide, ehrliche und offene Aufarbeitung der Saison, eher mindestens zwei Saisons, das deutsche Biathlon wieder erfolgreich sein wird", sagte die 55-Jährige dem SID vor dem Weltcup-Finale in Oslo.
Erstmals in der Weltcup-Geschichte könnten die deutschen Biathletinnen und Biathleten eine Saison ohne einen Sieg beenden. Bei der am Donnerstag mit dem Sprint der Frauen (16.15 Uhr/ZDF und Eurosport) beginnenden letzten Station des Winters am Holmenkollen warten noch sechs weitere Chancen auf das Aufgebot des Deutschen Skiverbandes (DSV), um diese historische Negativbilanz abzuwenden.
"Bei der norwegischen und französischen Dominanz ist es sehr schwierig, ganz vorne dabei zu sein. Auch die anderen Nationen haben aufgeholt", sagte Disl. Zwar habe es durch Philipp Horn und Philipp Nawrath, die neben Franziska Preuß für die einzigen Podestränge in Einzelrennen sorgten, "sehr gute Platzierungen" gegeben. "Aber es hat leider nie alles zusammengepasst, dazu kamen vereinzelt immer wieder Krankheiten. Es war nicht die Saison der Deutschen."
Bei den deutschen Biathletinnen setzt Disl mit Blick auf die Zukunft auf "Zeit und Vertrauen" in die Zukunftshoffnungen Selina Grotian (21), Julia Tannheimer (20) und Marlene Fichtner (23). Bei den Männern könne man derweil "überlegen, ob genügend junge Athleten ihre Chancen erhalten. Natürlich stellt sich auch die Frage, ob es ausreichend Talente gibt." Zumindest dürfen in Skandinavien neben Leonhard Pfund (22) nun auch Elias Seidl (21) und Franz Schaser (23) an den Start gehen.
"Für sie geht es jetzt vor allem darum, erste Erfahrungen im Weltcup zu sammeln, das Umfeld kennenzulernen und dieses Gefühl mitzunehmen", sagte Felix Bitterling, für den es vor seiner Rückkehr zur Internationalen Biathlon Union (IBU) das letzte Wochenende als DSV-Sportdirektor ist: "Das soll ihnen helfen, sehr motiviert ins Sommertraining zu starten und die Lücke zu den etablierten Athleten weiter zu schließen, um zu Beginn der nächsten Saison ein ernstes Wort bei der Vergabe der Weltcup-Plätze mitreden zu können."













