Nach dem Gewinn ihrer ersten paralympischen Medaille kamen Johanna Recktenwald die Tränen. Mit Bronze um den Hals löste sich die Anspannung, all die investierte Arbeit zahlte sich aus, denn noch vor wenigen Jahren hatte die Biathletin am Scheideweg gestanden.
"Peking war eine richtig harte Zeit, auch danach", gestand Recktenwald im SID-Gespräch, nachdem die 24-Jährige im Einzel in Tesero mit Guide Emily Weiß auf Rang drei gelaufen war. Mittlerweile, so die Saarländerin, habe sie sich aus dem Loch herausgekämpft.
Vor vier Jahren in China hatte Recktenwald im Schatten ihrer erfolgreichen Teamkolleginnen Linn Kazmaier und Leonie Walter gestanden. Umgehen konnte sie damit nicht so leicht. "Ich war immer so ein bisschen die Schlechteste und Dritte", sagte Recktenwald: "Da musste ich viel wegstecken und aushalten."
Recktenwald blieb dran - und kämpfte sich zurück. Im vergangenen Jahr gewann sie ihren ersten WM-Titel, wie Bronze in Norditalien im Einzel. "Ich habe einfach die Zeit gebraucht", erklärte sie.
Ihr Kämpferherz wurde prompt ausgezeichnet, als sie im letzten Jahr zu Deutschlands Para-Sportlerin des Jahres gewählt wurde. Und nun belohnte sich Recktenwald selbst. "Ich habe mal gesagt, eine Medaille ist mein Traum, egal welche Farbe", sagte sie, "und das haben wir geschafft."












