Mercedes ist weiter das Maß aller Dinge, auch beim Großen Preis von Japan am Sonntag (7.00 Uhr MEZ/Sky) können sich Kimi Antonelli und George Russell wohl nur selbst schlagen. Hinter den Silberpfeilen geht es aber eng zu - und so sind viele Fragen offen: Wer ist wirklich die zweite Kraft, McLaren oder Ferrari? Setzt sich das schwache Jahr von Max Verstappen nahtlos fort? Und kann Nico Hülkenberg seine ersten Punkte für Audi holen? Ein Ausblick auf das dritte Saisonrennen.
UNAUFHALTSAM: Mercedes dominiert weiter, auf dem Traditionskurs in Suzuka stehen mit Pole-Setter Kimi Antonelli und George Russell wieder zwei Silberpfeile in der ersten Startreihe - wie zuvor schon in Australien und China. Und weil die Konkurrenz zu Saisonbeginn dem Tempo nicht folgen kann, rückt das teaminterne Duell in den Fokus. Shootingstar Antonelli hat aktuell die Nase vorne, mit seinem zweiten Sieg nacheinander würde er die WM-Führung von Russell übernehmen. Das will der Engländer natürlich verhindern - ein Zweikampf auf der Strecke verspricht große Unterhaltung. Er freue sich auf das Rennen, sagte Antonelli: "Der Start wird entscheidend sein, aber wir konzentrieren uns ganz auf uns selbst und darauf, was wir tun können, um sicherzustellen, dass wir die Führung bis in die erste Kurve behalten."
VERFOLGER: In Japan meldet sich Konstrukteursweltmeister McLaren zurück, Oscar Piastri geht von Rang drei in den Grand Prix. Es sei "natürlich schön, näher dran zu sein", sagte der Australier, der nach seinen beiden vorzeitigen Ausfällen in Melbourne und Shanghai endlich an einem Rennen teilnehmen will. Bei den zuvor starken Ferraris herrscht dagegen Rätselraten. "Sie haben an diesem Wochenende wirklich einen oder zwei Schritte nach vorne gemacht, daher wird es sicher eine Herausforderung", sagte Lewis Hamilton in Richtung der Konkurrenz - und baut auf die große Stärke der Scuderia: "Aber wenn wir sie uns gleich am Start schnappen können, schaffen wir es vielleicht, sie in Schach zu halten."
ALBTRAUM: Von solchen Zweikämpfen an der Spitze des Feldes kann der eigentlich erfolgsverwöhnte Max Verstappen dieser Tage nur träumen. Startplatz elf bedeutet den nächsten Rückschlag für den Red-Bull-Star, sogar sein junger Teamkollege Isack Hadjar steht vor ihm. "Unfahrbar" sei sein Auto gewesen, motzte Verstappen, der nur mit einem Wunder seine Siegesserie von vier Erfolgen in Suzuka ausbauen könnte. Und weil dem Sohnemann die neue Formel 1 gar nicht gefällt, macht sich Papa Jos Verstappen Sorgen. "Das Fahren in diesen Autos stellt für ihn keine Herausforderung dar", sagte er dem Telegraaf: "Ehrlich gesagt befürchte ich, dass Max seine Motivation verlieren könnte."
BEFREIUNGSSCHLAG: "Ein bisschen Käse" seinerseits sei dieser 13. Platz gewesen, meinte Nico Hülkenberg, er habe "die beiden Runden nicht sauber genug hinbekommen". Noch wartet der Emmericher auf seine ersten WM-Punkte mit Audi, das Ergebnis im Qualifying war auf dieser Mission ein Dämpfer. Die weiße Fahne will er aber nicht hissen, mit einer Aufholjagd am Sonntag soll endlich der Knoten platzen. Das Gefühl im Auto sei "positiv", jetzt müsse er es "nur umsetzen und auf den Asphalt bringen", sagte Hülkenberg: "Wir sind definitiv konkurrenzfähig."










