Deutschlands Rekordsprinter Owen Ansah startet trotz der Querelen um seinen nicht abgegebenen Dopingtest bei den Leichtathletik-Meisterschaften am Samstag und Sonntag in Bochum-Wattenscheid. Sein Mandant "konzentriert" sich auf die bevorstehende DM, teilte Ansahs Anwalt Rainer Tarek Cherkeh in einer Stellungnahme mit.
"Vor dem Hintergrund des derzeit laufenden Verfahrens und der gebotenen sorgfältigen Aufarbeitung des Sachverhalts werden gegenüber den Medien aktuell keine weiteren Stellungnahmen abgegeben", erklärte der Sportrechtler aus Hannover weiter. Ansah (25) werde sich jedoch "umfassend" gegenüber der Nationalen Anti Doping Agentur (NADA) äußern, so Cherkeh.
Ansah, der im Juni den deutschen 100-m-Rekord auf 9,98 Sekunden verbessert hatte, verweigerte einem NADA-Kontrolleur Anfang Juli die Abgabe einer Dopingprobe. Die NADA leitete darauf ein Verfahren wegen eines möglichen Verstoßes gegen Anti-Doping-Bestimmungen ein. Ansah ist vorläufig nicht gesperrt, da kein positiver Test von ihm vorliegt.
Er sei vor der Abreise zum Diamond-League-Wettkampf in Monaco von einem Kontrolleur überrascht worden, der "außerhalb meines Zeitfensters" geklingelt und "um die Abgabe einer Dopingprobe" gebeten habe, hatte Ansah in der Vorwoche erklärt. "Ich war spät dran und konnte so kurzfristig die Probe nicht abgeben", sagte der Sprinter: "Dies habe ich mit dem Kontrolleur besprochen. (...) Zudem wurden keinerlei Konsequenzen aufgezeigt." Ansah reiste ab, lief am Folgetag in Monaco, wurde dort auch getestet.
Ansah droht wegen des verweigerten Tests eine Sperre. Die frühere Wimbledonsiegerin Marketa Vondrousova aus Tschechien war Ende Juni wegen einer verweigerten Dopingkontrolle für vier Jahre gesperrt worden. Maßgeblich im Tennis für Sanktionen ist die Internationale Agentur für Tennisintegrität (ITIA).










