Im Streit um die Anschuldigungen gegen die Deutsche Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) soll es nach Wunsch der Bundesregierung zu einem Gespräch mit Beteiligung des Verbandes, dem Deutschen Olympischen Sportbund (DOSB) sowie betroffenen Sportlerinnen und Sportlern kommen. Das wurde am Mittwoch in einer Sitzung im Sportausschuss des Bundestages mitgeteilt.
"Es wurde vorgetragen, dass man nochmal die Anregung übermitteln möchte, dass der DOSB als Dachverband zu einem moderierten Gespräch einlädt, also Präsidium und auch betroffene Athletinnen und Athleten", sagte Bettina Lugk, Sprecherin für Sport und Ehrenamt der SPD-Bundestagsfraktion. Sie erhoffe sich danach "zeitnah eine Wiedervorlage im Ausschuss". Auch sei zugesichert worden, "dass regelmäßig ein Sachstandsbericht erfolgen soll".
Während der Olympischen Winterspiele hatte die ARD über vermeintliche Missstände innerhalb der DESG berichtet und sich dabei auf betroffene Athleten berufen. Dabei ging es um Vorwürfe, der Verband vernachlässige Sportler und zahle Prämien nicht oder verzögert aus. Zudem hatte Fridtjof Petzold, Teilnehmer in Mailand/Cortina, öffentlich Kritik an der DESG bezüglich Athletenbetreuung und -förderung geübt. Danach verhängte der Verband ein Startverbot gegen ihn.
Lugk ist mit dem Vorgehen überhaupt nicht einverstanden. "Es hat sich ein Athlet nach dem durchaus nicht sehr guten Abschneiden, und das ist jetzt sehr diplomatisch formuliert, in Mailand über Rahmenbedingungen und Startbedingungen geäußert. Und ich hätte erwartet, dass der Verband diese Äußerungen ernst nimmt und nicht von dem schlechten Abschneiden versucht abzulenken dadurch, dass man sich auf den Athleten stürzt und ihm verbandsschädigendes Verhalten vorwirft", sagte die Politikerin.
Dass die DESG für ihre Pressekonferenz mit Präsident Matthias Große in der Vorwoche die für die ARD-Recherche verantwortlichen Journalisten ausschloss, sei nicht zu akzeptieren. "Ein Verband, der transparent arbeitet, der auch mit Fördermitteln oder Bundesgeld arbeitet, sollte immer ein Interesse daran haben, dass Medien zugelassen sind", betonte Lugk: "Das ist aus demokratischer Grundhaltung heraus ein Selbstverständnis. Und dieses ist nicht erfüllt worden."













