Die unabhängige Sportler-Vertretung Athleten Deutschland ist wegen des drohenden Disziplinarverfahrens durch die Deutschen Eisschnelllauf-Gemeinschaft (DESG) gegen den Olympiastarter Fridtjof Petzold alarmiert. Wie der Verein in einer Stellungnahme an den SID mitteilte, sei ein unfaires Verfahren gegen Petzold zu befürchten, der während Olympia öffentlich Kritik an der DESG bezüglich Athletenbetreuung und -förderung geübt hatte.
"Athletinnen und Athleten müssen ohne Angst vor Repressalien die Möglichkeit haben, Kritik an ihrem Verband zu äußern, insbesondere wenn interne Beschwerdewege dysfunktional oder mit Interessenskonflikten behaftet sind", schrieb Athleten Deutschland: "Sollte die Kritik dennoch Anlass für ein Disziplinarverfahren sein, muss sichergestellt werden, dass ein solches Verfahren fair und unabhängig gestaltet wird. In der Disziplinarkommission der DESG, die über mögliche Sanktionen entscheidet, sitzen jedoch jene Personen, die Gegenstand der Kritik von Fridtjof Petzold sind."
DESG-Präsident Matthias Große hatte am Donnerstag bei einer Pressekonferenz zur Causa Petzold gesagt: "Dann kommt jemand, der keine Leistung bringt, der sich nicht an die Regeln hält, stellt sich vor die Kamera und pestet." Eine Disziplinarkommission werde über das weitere Vorgehen entscheiden.
Die Vereinigung stellte zudem erneut die Systemfrage und sprach von "eklatanten Unzulänglichkeiten bei Beschwerde- und Streitbeilegungsmechanismen im deutschen Sport". Athleten Deutschland nahm dabei den DOSB in die Pflicht. "Wir erwarten, dass der DOSB hier stärker in die Verantwortung geht und sich für den Schutz der Athletinnen und Athleten einsetzt. Dazu gehört auch, sich für Förderkriterien stark zu machen, die Verbände zur Einhaltung von Good Governance Prinzipien verpflichten und mangelhafter Verbandsführung entgegenwirken", hieß es.
Zudem würde die derzeitige Situation einer deutschen Olympia-Bewerbung entgegenstehen. "Fit für Olympia kann nur werden, wer den Einsatz für die Integrität des Sports als fundamentalen Baustein einer Bewerbung betrachtet. Selbiges gilt für die Bundesregierung, die mit Hilfe von Fördervoraussetzungen gezielt Anreize für einen integren Spitzensport setzen kann", schrieb die Vereinigung: "Der aktuelle Entwurf des Sportfördergesetzes verpasste diese Chance, insbesondere im Bereich Good Governance besteht dringender Nachbesserungsbedarf."













